Stoßdämpfer - Funktionsweise, Aufbau und Wechsel

Wie funktioniert ein Stoßdämpfer, wie ist der Aufbau und was muss beim Wechsel eines Stoßdämpfers beachtet werden? Der Stoßdämpfer ist ein Teil des Fahrwerks. Er dient dazu, Unebenheiten in der Fahrbahn auszugleichen. Wie sein Name schon sagt, dämpft der Stoßdämpfer die aufwärts und abwärts gerichteten Bewegungen des Rades ab.
Bild_StossdaempferDer Stoßdämpfer ist ein Teil des Federbeins. Er bildet zusammen mit der Feder die Einheit des Fahrwerks. Hierzu sind verschiedene Konstruktionen möglich:

Stoßdämpfer in der Feder:
Dies ist vor allem an den Vorderachsen die gängige Konstruktion. Diese Bauweise ist sehr kompakt und lässt sich entsprechend platzsparend verbauen. Jedoch ist ihre Reparatur eine Herausforderung, die nur mit geeignetem Spezialwerkzeug durchgeführt werden sollte. Es drohen sonst schwere Verletzungen.

Stoßdämpfer neben der Feder:
Diese Bauweise findet sich beispielsweise beim MacPherson-Federbein. Dies hat vor allem produktionsökonomische Vorteile in der Montage. Der erhöhte Platzbedarf macht diese Konstruktion für die Vorderachse ungeeignet und wird deshalb nur an der Hinterachse verwendet. Das Handling eines MacPherson-Federbein unterscheidet sich nicht erheblich von der Stroßdämpfer-in-Feder-Lösung.

Stoßdämpfer getrennt von Feder:
Diese für Reparaturen sehr angenehme Lösung wird vor allem in der Hinterachse verwendet. Sie ist ideal für Schraubenfedern, Torsionsstäbe oder Blattfedern.

Wie ist ein Stoßdämpfer aufgebaut?

Man unterscheidet zwischen Gasdruck- und Öldruck- Stoßdämpfern. Am weitesten verbreitet sind Gasdruck-Stoßdämpfer. Sie bestehen aus einem Pneumatikzylinder, in den ein Stahlkolben einfährt. Je tiefer der Stahlstab einfährt, desto höher wird der Innendruck im Zylinder. Der steigende Widerstand des komprimierten Gases macht die Dämpferwirkung aus. Zur Schmierung ist auch in Gasdruckstoßdämpfern etwas Öl enthalten. Ein Stoßdämpfer ist an der Kolbenseite mit der Karosserie und an der Zylinderseite mit der Radhalterung bzw. der Feder verbunden. Damit das Gas nicht austreten kann, befindet sich zwischen Kolben und Zylinder eine Dichtung.

Zeichung Stoßdämpfer
Öldruck-Stoßdämpfer sind prinzipiell ähnlich aufgebaut wie Gasdruck-Stoßdämpfer, arbeiten mit Bläschenbildung bei Dekompression. Sie sind wesentlich härter und bieten nicht den Komfort von Gasdruck-Stoßdämpfern. Deshalb werden sie heute kaum noch verwendet.

Defekte am Stoßdämpfer

Die Dichtung zwischen Zylinder und Kolben ist die Schwachstelle an diesem Bauteil. Es ist unvermeidlich, dass sie mit der Zeit ihre Funktion verliert. Dann tritt das Gas allmählich aus und das Fahrverhalten ändert sich. Das Problem besteht darin, dass die Stoßdämpfer sehr langsam verschleißen können. Wenn ein Fahrer täglich sein eigenes Auto benutzt, kann es durchaus passieren, dass er lange Zeit nichts von dem verschlechterten Fahrverhalten merkt.

Es ist daher vor allem bei älteren Fahrzeugen wichtig, die Stoßdämpfer regelmäßig zu kontrollieren. Das Fahrzeug kann in Kurvenfahrten plötzlich ausbrechen, ebenso kann bei einer scharfen Bremsung das Auto die Spur verlieren.

Ein Auto mit defekten Stoßdämpfern fährt "schwammig". Wenn die Dämpferwirkung der Gasdruck-Module ausfällt, wird das Auto nur noch durch die Federn gehalten. Diese pendeln bei jeder Bewegung nach und bringen die ganze Karosserie zum schaukeln.

Darum ist ein typischer Griff beim Kauf eines Gebrauchtwagens der kräftige Druck auf die Kotflügel über den Rädern. Wenn anschließend das Auto nachpendelt, sind die Stoßdämpfer defekt. Ein Blick auf die Bauteile kann ebenfalls sehr aufschlussreich sein. Bei defekten Dämpfern läuft das Öl heraus. Ein solcher Mangel ist relevant für die Hauptuntersuchung und muss behoben werden.

Spürbares Schaukeln und auslaufendes Öl sind allerdings schon sehr weit fortgeschrittene Schäden an den Stoßdämpfern. Sie sind dann schon lange Zeit eigentlich nicht mehr verwendbar. Darum sollte die regelmäßige Kontrolle der Stoßdämpfer durch einen Prüfstand in einer Fachwerkstatt durchgeführt werden. Nur so erfahren Sie früh genug, wann es Zeit für den Austausch ist.

Stoßdämpfer selbst reparieren

Die hier beschriebenen Schritte sind eine allgemeine Darstellung der Vorgehensweise und keine Anleitung zum Einbau.

Vorweg gesagt: Stoßdämpfer kann man nicht reparieren, sondern nur austauschen. Es sind klassische Ersatzteile, wie es Bremsscheiben, Beläge oder Scheibenwischer auch sind. Bei Defekten am Fahrwerk genügt es aber meistens, nur den Dämpfer zu wechseln. Die Federn sind in der Regel so konzipiert, dass sie ein Autoleben lang halten.

Sind Dämpfer und Feder voneinander getrennt, ist der Austausch ganz einfach: Das Auto wird aufgebockt oder auf eine Hebebühne gefahren. Das Abmontieren der Hinterräder erleichtert den Tausch der Stoßdämpfer. Bei den meisten Autos mit dieser Konstruktion ist der Dämpfer nun bereit zur Demontage. Einfach die Schraubverbindungen lösen und gegen ein neues Bauteil austauschen - fertig.

Bei Federbeinen, in denen der Dämpfer durch die Schraubenfeder geführt wird, ist die Sache jedoch nicht so einfach.

Feder richtig entspannen

Um ein Federbein aus einem Auto heraus zu bekommen, muss die Feder zusammen gedrückt werden. Die Spannkraft der Feder drückt das Federbein permanent mit großer Kraft auseinander, so dass das Herausfädeln aus den Führungen nicht möglich ist.

Hier muss ganz klar gesagt werden: Versuche, die Federbeine mit ungeeigneten Mitteln aus dem Auto zu bekommen stellen eine der häufigsten Ursachen für schwere Verletzungen bei Hobbyschraubern dar. Spanngurte, Draht oder andere Bastellösungen sind nicht nur nicht angebracht - Sie spielen definitiv mit Ihrem Leben und ihrer Gesundheit, wenn Sie es auf diese Weise versuchen!
Bild_Stossdaempfer+Feder
Glücklicherweise sind die notwendigen Werkzeuge nicht sehr teuer. Für Hobbyschrauber genügen bereits einfache Federspanner. Dies sind zwei hochfeste Klauen aus Gusseisen, die mit einer langen Schraube miteinander verbunden sind. Die damit demontierte Feder ist kraft- und formschlüssig gesichert, so dass eigentlich nichts passieren kann. Hier bei Lott Autoteile haben wir eine Auswahl an passenden Werkzeugen, die für jedes Budget geeignet sind.

Wechsel der Stoßdämpfer

Die hier beschriebenen Schritte zum Wechsel der Stoßdämpfer sind eine allgemeine Darstellung der Vorgehensweise und keine Anleitung zum Einbau.

Beschrieben wird der Tausch der vorderen Stoßdämpfer, da die hinteren in der Regel recht unproblematisch zu wechseln sind. Stoßdämpfer bzw. Federbeine werden grundsätzlich paarweise getauscht.

Folgendes Werkzeug wird benötigt:

  • Steckschlüsselsatz mit Ratsche bzw. Knarre
  • Schraubenschlüsselsatz
  • Schraubendreher
  • Federspanner
  • ein stabiles Holzbrett (für Wechsel ohne Bühne)
  • Holzblock
  • Drehmomentschlüssel

Folgende Ersatzteile werden benötigt:

  • Stoßdämpfer, ggf. mit Federn
  • Domlager

1. Radmuttern lösen
Die Radmuttern des Autos werden im Stand gelöst. Das vereinfacht die Demontage der Räder erheblich.

2. Auto aufbocken
Das Auto wird mit einer Hebebühne so weit angehoben, bis das Rad in Augenhöhe ist. Hinweis: Verwenden sie ausschließlich die vorgesehenen Punkte an der Karosserie, an denen das Auto hoch gehoben werden kann. Sie können sonst einen teuren bis irreparablen Rahmenschaden anrichten!

Das Vorderrad kann nun vollständig demontiert werden. Falls das Rad mit Muttern und nicht mit Schrauben befestigt ist, unbedingt die Einbaurichtung beachten! Die radial abgeschrägte Seite kommt nach INNEN!

3. Untere Verschraubungen lösen
Entfernen sie die Verschraubung am Stabilisator. Falls Sie keine Hebebühne haben, lassen Sie das Fahrzeug nun mit der Bremsscheibe auf das Holzbrett so weit ab, bis Sie den Stabilisator herausziehen können. Lösen Sie danach die beiden Schrauben an der Unterseite des Fahrwerks hinter dem Rad.

Schlagen Sie nun am Lenkrad die Lenkung in die Richtung ein, an welcher Seite Sie die Stoßdämpfer wechseln möchten (Rechte Stoßdämpfer - ganz nach rechts lenken und umgekehrt)

Am Stoßdämpfer befinden Sie Halterungen für die Bremsleitung und den ABS-Sensor. Sie sind meistens einfach eingeklipst und werden mit einem Handgriff gelöst.

WICHTIG bei Autos mit XENON-Licht: Autos mit Xenon-Scheinwerfer haben einen Regulierungs-Sensor. Er ist am Dreieckslenker verschraubt. Da der Dreieckslenker zum Ausbau des Stoßdämpfers ganz nach unten geklappt wird, muss der Regulierungssensor vom Xenon-Licht vorher entfernt werden. Dies zu ignorieren zerstört unweigerlich dieses Bauteil, was anschließend teuer ersetzt werden muss.

Sind die Leitungen und Sensoren gelöst, wird das Lenkrad in die andere Richtung eingeschlagen.
Bild_Stossdaempfer+Feder_2
Nun kann der Stoßdämpfer an der Unterseite am Achsschenkel abgelöst werden. Der Stoßdämpfer wird ausgehängt und neben seine ursprüngliche Öse positioniert. Der Achsschenkel klappt nun nach unten. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass auf der Bremsleitung so wenig Spannung wie möglich entsteht. Hier kann eine hydraulische Montagehilfe oder das Holzbrett helfen.

Die Demontagearbeiten an der Unterseite vom Stoßdämpfer sind damit beendet. Anschließend geht es im Motorraum weiter.

4. Obere Verschraubung lösen
Öffnen Sie die Motorhaube und lösen Sie die drei Muttern. Bei manchen Fahrzeuge muss dazu vorher eine Kappe entfernt werden. Beim Lösen der letzten Mutter halten Sie den Stoßdämpfer mit der anderen Hand fest, damit er nicht unkontrolliert heraus fällt.

5. Federbein entnehmen und prüfen
Sind die Verschraubungen alle gelöst, können Sie das Federbein nach unten herausziehen. Prüfen Sie nun die Feder nach ihrem Zustand. Wenn diese beschädigt oder stark angerostet sind, müssen sie sie auch ersetzen.

6. Federbein zerlegen
Das Federbein lässt sich am Besten an einer Werkbank mit Schraubstock zerlegen und wieder zusammen bauen. Dies erleichtert vor allem das Hantieren mit dem Federspanner erheblich. Lösen Sie mit einem Schraubendreher die Staubkappe in der Mitte des Domlagers. Darunter befindet sich eine Mutter. Sie dürfen diese Mutter erst dann lösen, wenn der Stoßdämpfer mit dem Federspanner gesichert ist. Sie riskieren sonst schwerste Verletzungen - zumal Sie den Dämpfer auch ohne Spanner niemals wieder zusammen bauen können!

Spannen Sie die Feder in den Federspanner ein und pressen Sie sie zusammen. Achten Sie beim Einsetzen des Federspanners auf die korrekten Tellergrößen. Betätigen Sie die Schraube vom Federspanner nur per Hand und nicht per Schlagschrauber. Sie können sonst das Gewinde des Werkzeugs beschädigen. Pressen Sie die Schraubenfeder nicht ganz zusammen, sondern nur so weit, bis auf der Haltemutter keine Spannung mehr ist. Dazu reicht in der Regel ein Zusammenpressen von 20-30%.

Je nach Hersteller sind die Stoßdämpfer nicht gekontert. Dann kann es passieren, dass sich der Druckkolben im Stoßdämpfer mit dreht. In diesem Fall findet sich an der Haltemutter in der Mitte eine Imbusschraube, an welcher mit einem entsprechenden Schlüssel der Druckkolben festgehalten werden kann.

Wenn die Mutter ganz gelöst ist, springt sie trotz Federspanner noch ein wenig ab. Dies ist aber ungefährlich.

Vom alten Federbein kann wieder verwendet werden:
  • Obere Druckplatte mit Gummilager
  • Unteres Gummilager
  • ggf. Staubschutzmanschette
  • Gummi - Prallbock
  • ggf. Schraubenfeder
  • Kappe vom Domlager

Gewechselt werden sollte immer:
  • Stoßdämpfer
  • Domlager
  • ggf. Feder

7. Einbau der neuen Teile
Das Federbein wird in folgender Reihenfolge zusammengebaut:

Neue Feder im Spanner zusammenpressen. Dabei auf Ober- und Unterseite achten! Beim Einspannen die Feder möglichst weit fassen. Die zweite und vorletzte Windung ist zum Ansetzen des Spanners ideal.

Nun wird der Stoßdämpfer an der Unterseite eingefädelt. Dabei auch das untere Gummilager gleich mit einbauen. Von oben kommt nun:

1. Der Prallklotz
2. Die Staubmanschette
3. Der obere Teller mit Gummi
4. Die Zwischenscheibe
5. Die alte Staubschutzkappe vom Domlager
6. Das neue Domlager
7. Die Haltemutter

Die Haltemutter wird nach Angaben des Fahrzeugherstellers mit dem entsprechenden Drehmoment angezogen.

8. Einbau des neuen Federbeins
Das Federbein wird nun von unten wieder an die Karosserie geschraubt. Es ist sehr wichtig, auf die richtige Einbauposition zu achten. Das Federbein muss exakt so eingebaut werden, wie es vorher positioniert war. Der Dämpfer kann mit Hilfe der Langlöcher in der Karosserie genau justiert werden. Es kommt hier wirklich auf Genauigkeit an. Die Muttern vom Domlager werden erst wieder fixiert, wenn das Federbein in seiner exakten Position ist. Dabei auf das korrekte Drehmoment achten.

An der Unterseite wird der Stoßdämpfer mit Hilfe seiner Führungsstifte in den Achsschenkel eingefädelt. Komplett eingepresst wird er durch das Ablassen des Autos auf die Montagehilfe oder einen Holzblock.

Der Stabilisator wird zusammen mit dem Halteblech für den ABS-Sensor und die Bremsleitungen wird wieder montiert und die Kabel bzw. Schläuche eingeklipst. Beim Festziehen der Mutter vom Stabilisator auf das vorgeschriebene Drehmoment achten. Anschließend wird noch der XENON-Sensor wieder fixiert, dann kann das Rad wieder montiert werden.

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